Unser Hof

Unser Hof ist 13 ha gross und liegt inmitten Mostobstwiesen zwischen Säntis und Bodensee. Mein Mann lebt in 4. Generation hier vor Ort. Bis 2013 betrieben wir nebst Obst und Pflanzenbau auch noch Milchwirtschaft. Neue Auflagen des Bundes bewogen uns 2013 die Milchwirtschaft aufzugeben. Als Folge bauten wir die Obstflächen aus und konzentrierten uns auf die Produktion von Obst, Kirschen, Haselnüsse, Maulbeeren und Heu. Die Ernte unserer Feldobstbäume wird zu natürlichem Apfelsaft und Most verarbeitet. Die Kirschen aus unserer Kultur werden via Grossverteiler als Tafelfrüchte verkauft. Als Spezialkultur pflegen wir Haselnüsse, aus denen kaltgepresstes, hochwertiges Haselnussöl hergestellt wird. Dieses erhielt infolge hervorragender Qualität schon zum dritten Mal die "Goldmedaille " im Wettbewerb der Spezialprodukte. Eine weitere Spezialkultur sind unsere Maulbeerbäume. Die Maulbeeren verkaufen wir getrocknet. Zudem gehören zu unserem Hof zwei Katzenmädchen und vier Hühner-Damen. 

Kirschen

Unsere Kirschenbäume werden in Spalierform angebaut, diese Form ist einfacher zu pflegen, zu ernten, da sie nicht so hoch werden. Wir kommen sehr gut im Stehen oder mit mittelhohen Leitern an die Kirschen. Ab Mitte / Ende Juni starten wir unsere Kirschenernte. Die Kirschen liefern wir an Tobi Seeobst, von wo aus diese zu Migros und Coop geliefert werden. Für viele Menschen sind Kirschen eine unverzichtbare Sommerfrucht, an der sehr viele Kindheitserinnerungen hängen, jeder kennt Kirschen-Ohrringe. Die Ernte ist eine intensive, kurze und immer sehr schöne Zeit, sie beträgt 3-4 Wochen. Kurz und Knackig. Wir können jedes Jahr auf die gleichen Erntehelfer vertrauen und es ist immer wieder schön zu erfahren wie es allen geht. Zudem gibt es immer viel zu lachen.

Äpfel

Bei 700 Mostobst-Bäumen gibt es immer etwas zu tun. Dazu gehören, dass schneiden der Bäume im Winter und diverse Pflegemassnahmen rund um das Jahr. Wiese mähen für Heu, düngen, mulchen und weiteres. Jedes Jahr im Frühling, wenn die Apfelbäume anfangen zu blühen, der Duft, die Blüten, das summen der Bienen, Hummeln, Wespen und andere Insekten ist eine Pracht. Der Ausblick mit den blühenden Bäumen und Wiesen voller Löwenzahn, Energie satt. Unbezahlbar!

Sobald die Blütezeit vorbei ist, zeigen sich saftig grüne Blätter, die sich dann im Herbst während der Erntezeit farbig wandelnd und abfallen. Wo sonst, als in der Natur können wir den Jahreszeitenlauf so klar erkennen. Auch unser Körper ist darauf ausgerichtet, doch die meisten Menschen haben verlernt darauf zu hören.

Äpfel besitzen sehr viele wertvolle Inhaltsstoffe und auch wenn der Saft ähnlich viel Zucker besitzt wie eine Limonade, ist es der gesunde Fruchtzucker, den der Körper sehr gut verwerten kann. Die Leber wandelt diesen in wichtiges Glykogen um. 25% davon benötigt allein unser Gehirn um Leistungsfähig zu sein und bleiben. Unterschätzte Apfelapotheke.

Unsere Äpfel, werden zu Apfelsaft, Süssmost und Apfelschorle verarbeitet.

Haselnüsse

Jedes Jahr, ende August beginnt unsere Haselnussernte und geht bis circa mitte Oktober, wenn uns nicht die Wildsauen, Dachse oder Eichhörnchen zuvorkommen. Daher müssen wir unsere Haselnussplantage einzäunen. Wir haben Insektennetze unter den Bäumen ausglegt und können die Haselnüsse so, bei der Ernte, einfacher zusammen rechen und einladen. Die Haselnüsse sind in ihren Fruchthülsen eingebettet, von denen wir sie noch befreien müssen. Wir liefern die Haselnüsse nach Flawil zur Saatzuchtgemeinschaft. Dort werden sie kalt getrocknet und zu Haselnussöl gepresst. Haselnussöl hat sehr viel Omega 3/9 Fettsäuren und ist sehr wichtig für unseren Körper. Omega 3 ist Entzündungshemmend und fördert die fliesseigenschaft des Blutes. Es transportiert wichtige Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente zu ihrem bestimmungsort und fördert die Balance des Hormonsystem, ist somit auch sehr wichtig für die Feuchtigkeit der Haut.

Maulbeeren

Maulbeeren sind in unseren breitengraden weniger bekannt. Hauptimporteur Türkei. Maulbeeren sehen wie eine langgezogene Brombeere aus und wachsen an 6-8 Meter hohen Bäumen. Er verträgt Frost bis -25°C. Es gibt sie in Weiss, Rot und Schwarz, welche wir alle angebaut haben. Die Blätter, vor allem vom weissen Maulbeerbaum wird, auch jetzt noch zur Seidenraupenfütterung genutzt. Hitler stellte im 2. Weltkrieg Flaggen und Kleidung aus der Seidenraupen Produktion her. Die Maulbeere wird hauptsächlich getrocknet verkauft. Es gibt jedoch auch Snaps, Likör oder Wein aus Maulbeeren, jedoch eher in den Slowenischen Ländern. Maulbeeren sind sehr gesund. Vor allem für Diabetiker sind sie sehr reizvoll, da sie die Bauchspeicheldrüse nicht anregen und somit als Zuckerersatz genutzt werden können. Die gesamte Nährstoffzusammensetzung ist für unseren Körper von grossem Wert.      

Heu

Die Wiese, auf denen unsere Obstäume, Früchte, Haselnüsse und Maulbeeren stehen, ist ein weiterer Betriebszweig. Da wir keine Kühe mehr haben, pflegen wir die Wiese selber. Sie wird gemäht und als Emt oder Heu verkauft. Wir heuen 3-4 mal im Jahr. Das hängt vom Wetter ab. Im Herbst mulchen wir die Wiese. Das bedeutet, dass sie gemäht wird und dann dem Boden wieder zurück gegeben wird. Das stärkt den Boden und gibt ihm seine eigenen wichtigen Nährstoffe wieder zurück. Zwischen April und Mai wird dass erste mal im Jahr geemtet und dass nur bei schönem Wetter. Was gibt es schöneres als bei schönem Wetter draussen zu schaffen, sich an der frischen Luft zu bewegen und Vitamin D-Speicher aufzufüllen. Ökoheu wird nicht gedüngt und darf erst ab dem 15.Juni geschnitten werden.